Natur bricht durch

Ich habe vor ein paar Tagen in einer Presseaussendung ein paar Fragen gestellt. Heute habe ich ein paar Antworten bekommen. Leider nicht in der Qualität, die ich mir erwartet habe, und alles leider mit einer kräftigen Portion Diffamierung statt Objektivität. Aber mal alles der Reihe nach…

Es beginnt alles mit einem Gespräch mit Aktivist*innen der Bürger*innenliste „Lebensraum Traun“ aus Stadl Paura. Was die mir erzählen, war für mich nur schwer zu verstehen. Die Gemeinde Stadl Paura will auf dem ehemaligen Fabrikgelände der HITIAG Wohnhäuser errichten lassen. Meine Reaktion drauf war: „Super, gute Idee. Das Gelände ist bereits versiegelt, es wird keine zusätzliche Grünfläche verbaut. Wo habt ihr also ein Problem damit?„.
Nun, das offenkundige Problem ist zum einen das Ausmaß, und zum anderen der damit einhergehende Verkehr. Wir sprechen hier von einem Projekt, wo am Ende bis zu 470 (aktuell wird wieder von 400 bis 440 Einheiten gesprochen) Wohnungen gebaut werden sollen. Diese bedeuten mehr Menschen, bedeuten mehr Bedarf an Einkaufsmöglichkeiten, Kindergartenplätze, Schulplätze, medizinische Versorgung, Spileplätze, Freizeitanlagen, Räume zum Treffen und und und. Zum anderen bedeutet dieses Mehr an Menschen auch mehr Autos und mehr Verkehr für Stadl Paura als Ganzes. Zusätzlich erschwerend kommt noch dazu, dass dies ja nicht das einzige Wohnbauprojekt ist, sondern es dem Vernehmen nach noch zusätzliche bis zu 220 Wohneinheiten gebaut werden sollen. Also je nach Stand der Dinge sollen in Stadl Paura ohne die so oder so noch dazu kommenden Einfamilienhäuser bis zu 690 neue Wohnungen innerhalb der kommenden 20 Jahre entstehen. Ist zumindest die grobe Hochrechnung.

Natürlich kann man das alles einplanen, und ich halte das alles für gut machbar, wenn zuvor die Rahmen anständig geklärt sind. Wenn also ein Verkehrskonzept am Tisch liegt, das sich an Verkehrsvermeidung orientiert, wenn Öffis und Anbindung an ebendiese geklärt ist. Wenn klar ist, dass es ausreichend Fahrradwege, Fußwege gibt. Zudem wäre halt auch gut zu klären wo zu welchem Zeitpunkt dann zusätzliche Einkaufsmöglichkeiten geschaffen werden, wo ein Kindergarten hinkommen wird, wo eine zusätzlich Volksschule, und und und.
Der Haken daran: alles das dürfte es offenkundig noch nicht geben. Und das Verkehrskonzept, das vorgelegt wurde, scheint auf einer Verkehrszählung während des Lockdowns zu fußen, welche dann auch nur 12 Stunden gedauert haben soll. Seriosität sieht aus meiner Sicht anders aus.

Alles das habe ich in meiner Presseaussendung kritisiert, und habe dazu ein paar Fragen gestellt. Die Bezirksrundschau berichtet dazu, hat wie es sich gehört nicht nur meine Aussagen genommen, sondern auch die Vizebürgermeisterin befragt. Später ist dann auch noch ein Statement des Bürgermeisters dazu gekommen. So weit, so okay. Aber das was ich an Antworten bekommen habe, läßt mich noch ratloser zurück. Anstatt sich mit der von mir geäußerten Kritik bzw. den gestellten Fragen auseinander zu setzen, ging es dem Bürgermeister darum ob meine Hochrechnung stimmen kann, und dass die Kritiker*innen des Projekts Mitglieder der Bürger*innenliste sind.

Ich bleibe dabei: das Projekt kann eine gute Geschichte werden, aber nur wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Und die gilt es im Vorhinein zu klären. Dazu gehört ein anständiges, modernes und nach vorne gedachtes Verkehrskonzept. Dazu gehört eine Infrastruktur, die aus dem Gelände einen lebenswerten Wohnpark und nicht eine trostlose Schlafstadt macht, so wie dies beispielsweise im Wels der 90er weit verbreitet war. Wäre schön, wenn wir uns darüber unterhalten würden.

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