Air Moon Safari

1998 wird es wohl gewesen sein, als ich das Album das erste Mal gehört habe. Ich habe damals in Marchtrenk gewohnt, wir hatten ein Haus gemietet, und im Garten war eine gemauerte Hütte. Ein Teil der Hütte war fürs Brennholz für den Kachel- und den Schwedenofen im Haus, der andere abgetrennte Teil war u.a. fürs Feiern gedacht. Ich weiß noch, dass ich ein paar Freund*innen damals zu mir eingeladen habe, und wir draussen in der Hütte saßen. Thomas hatte jedenfalls diese CD dabei. ein paar Lieder davon hatte ich schon gekannt – FM4 sozusagen. Aber in Summe war mir Air neu, und Moon Safari sowieso.

Außerdem: ich war damals ehre von der Abteilung Gitarrensound, und konnte mit französischem Elektro nicht sofort was anfangen. Aber – wie so oft im Leben – es gibt immer ein erstes Mal. Und genauso wie es diese platten Allgemeinsätze in jedem Blogpost gibt, war es auch hier klassisch: gehört, verliebt. Also in die Platte verliebt.

Und weil ich damals mit dieser Form der Musik, mit diesem Stil und mit der Vielschichtigkeit noch keine vorherige Berührung hatte, faszinierte mich die LP extremst. Jedes Mal hören war anders. Einmal fiel mir der extrem witzige, fast knackige Bass bei „Femme d´argent“ auf, dann wieder die eingängige Melodie von „Sexy Boy“. Beim dritten Mal war es wieder das Snare von „Remember“, das mich in seinen Bann zog. Und beim nächsten Mal anhören war es wieder was anderes. Jedes Mal anhören mindestens ein neues Detail. Noch lustiger war es – und ist es noch heute – wenn ich mir die Platte mit Kopfhörer anhöre. Dann gibt es nochmals ganz andere Details, die mir plötzlich auffallen.

Was aber immer gleich bleibt: diese wunderbare Stimmung, die Air mit dieser Platte verbreiten. Ein wenig melancholisch, dann wieder positiv, selten nur aggressiv oder angriffig. Dabei ist die Platte aber kein schlichter „Happy Peppi“-Sound oder stumpfes Hippie-Gedöns. Und genau das macht für mich den Reiz aus. Und darum höre ich das Album auch heute noch liebend gerne. Die Nachfolgealben haben auch ihren Reiz, aber emotional mitnehmen kann mich nur „Moon Safari“.

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